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Zur multimodalen Konstruktion von Expertenwissen im TV

265533_cover_frontEin weiterer Beitrag ist heute erschienen: Am Beispiel des Klimawandel-Diskurses in Fernsehdokumentationen habe ich die Frage untersucht, wie sich Experten selbst verbal wie nonverbal als solche darstellen (‚Doing being an expert‘) und wie sie aber auch von den jeweiligen Fernsehschaffenden mit multimodalen Mitteln erst zu Experten gemacht werden (‚Doing presenting an expert‘) – oder aber wie die Glaubwürdigkeit unliebsamer Experten in Zweifel gezogen werden kann. Ergebnis ist ein recht unproduktiver „Clash of experts“, bei dem die Information der Zuschauer leicht auf der Strecke bleiben kann. Der Artikel ist erschienen im Sammelband von Alexandra Groß und Inga Harren, in dem vor allem gesprächsanalytische Arbeit zur Wissenskommunikation in Institutionen versammelt sein – als Beitrag zur angewandten Linguistik.


Gründung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft

Es ist vollbracht: Die “Kulturwissenschaftliche Gesellschaft” wurde am 23. Januar 2015 in Koblenz gegründet. 111 Mitglieder aus ganz Deutschland und darüber hinaus signierten die Satzung und gründeten damit den Verein, der die Gesellschaft tragen wird. Als Vorstandsmitglied in der Funktion des Schatzmeisters und Leiters der Geschäftsstelle darf ich mich künftig bei der weiteren Entwicklung der ersten kulturwissenschaftlichen Fachgesellschaft im (vor allem) deutschsprachigen Raum einbringen. Die erste Tagung der Gesellschaft wird im November 2015 an der Leuphana in Lüneburg stattfinden.

Ausführliche Informationen und die Einladung zum Mitmachen findet man hier.

Die 111 Gründungsmitglieder signieren die Satzung und gründen damit die Gesellschaft.

Die 111 Gründungsmitglieder signieren die Satzung und gründen damit die Gesellschaft.

 

 


Kuwifunk

Heute möchte ich auf ein Audioblog aufmerksam machen, das aus einem Hörfunk-Projektseminar im Koblenzer Bachelorstudiengang Kulturwissenschaft entstanden ist: kuwifunk.

Hier die Selbstbeschreibung des Blogs:

Typisch deutsche Kultur – gibt’s das eigentlich noch in einer zunehmend multikulturellen und globalisierten Gesellschaft? Stiften vorgeblich deutsche Traditionen, Lebensweisen und Produkte kulturelle Identität – oder stehen sie eher für Provinzialität und Antiquiertheit? „Typisch deutsch?!“ – wohlgemerkt mit Fragezeichen und Ausrufezeichen versehen – lautete das Motto eines Podcast-Projekts an der Koblenzer Universität, durchaus ernst und augenzwinkernd zugleich gemeint.

Ziel war es, deutsche Kultur oder deren Verschwinden in kurzen „lebendigen“ Radio-Features hörbar, erlebbar, verstehbar zu machen. 15 Studentinnen des Bachelor-Studiengangs Kulturwissenschaft gingen dafür an unterschiedlichsten Orten auf Spurensuche. Sie fragten auf der Straße oder auf Schulhöfen nach, beleuchteten Migrationshintergünde, stiegen hinab in Weinkeller oder hinauf in Chrorproben, erkundeten die Bedeutung deutscher Dialekte, Namen, Sprichwörter oder Märchen, ergründeten unsere angebliche Normierungswut oder den Stolz aufs „Made in Germany“, befragten Akteure und Experten. Herausgekommen sind zehn Podcasts und ein sehr vielseitiges Patchwork deutscher oder nicht mehr so deutscher Alltagskultur, so allgegenwärtig wie unsichtbar. Aber hören Sie selbst.

Momentan basteln wir gerade mit einer anderen Projektgruppe an Podcasts zur komplementären Thematik: „Die Sehnsucht nach dem Fremden“. Wie und wo suchen wir uns im Alltag gezielt fremde Einflüsse, um unser Leben zu bereichern oder gar in eine andere Richtung zu lenken? Wie vermischen sich „eigene“ und „fremde“ Kultur? Wie reagiert die Umwelt auf solche „Exotisierungen“? Recherchiert wird derzeit unter anderem in der Moschee, in Kochkursen und Restaurants, in Yoga-Sitzungen und Cheerleader-Trainings, in deutschen (?) Wohnzimmern und internationalen Unternehmen, auf Koblenzer Straßen oder gar im „Mittelalter“.


Bilder der Wissenschaft

Vor kurzem erschienen ist der Sammelband „Das Populäre. Untersuchungen zu Interaktionen und Differenzierungsstrategien in Literatur, Kultur und Sprache“, im Vandenhoeck-Verlag herausgegeben von den Romanisten Olivier Agard, Christian Helmreich und Hélène Vinckel. Er geht auf die Göttinger Tagung 2008 des französischen Germanistenverbandes AGES zurück, auf der ich damals einen Plenarvortrag halten durfte.

Meinen Beitrag „Bilder der Wissenschaft. Verbale und visuelle Inszenierungsstrategien der populären Wissenschaftspräsentation“ finden Sie unter Downloads. Er setzt sich kritisch mit der zunehmenden Bedeutung von sprachlichen und visuellen Bildern für das (populär)wissenschaftliche Erklären auseinander. Auf Kommentare bin ich gespannt.

Auch der Rest des Sammelbandes zum viel diskutierten Thema „Popularisierung“ lohnt die Lektüre. Das Inhaltsverzeichnis finden Sie im Sonderdruck meines Artikels.