Zur multimodalen Konstruktion von Expertenwissen im TV

265533_cover_frontEin weiterer Beitrag ist heute erschienen: Am Beispiel des Klimawandel-Diskurses in Fernsehdokumentationen habe ich die Frage untersucht, wie sich Experten selbst verbal wie nonverbal als solche darstellen (‚Doing being an expert‘) und wie sie aber auch von den jeweiligen Fernsehschaffenden mit multimodalen Mitteln erst zu Experten gemacht werden (‚Doing presenting an expert‘) – oder aber wie die Glaubwürdigkeit unliebsamer Experten in Zweifel gezogen werden kann. Ergebnis ist ein recht unproduktiver „Clash of experts“, bei dem die Information der Zuschauer leicht auf der Strecke bleiben kann. Der Artikel ist erschienen im Sammelband von Alexandra Groß und Inga Harren, in dem vor allem gesprächsanalytische Arbeit zur Wissenskommunikation in Institutionen versammelt sein – als Beitrag zur angewandten Linguistik.

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Neu erschienen: Aufsatz über Reiseblogs

Titel_Websites_SightseeingGerade erschienen ist ein Beitrag von mir über Reiseblogs: „Ich reise, also blogge ich. Wie Reiseberichte im Social Web zur multimodalen Echtzeit-Selbstdokumentation werden.“ Veröffentlicht wurde er im Sammelband von Kornelia Hahn und Alexander Schmidl „Websites & Sightseeing. Tourismus in Medienkulturen“ im Verlag  Springer VS. Im Beitrag geht es über Reiseblogs von Weltreisenden als multimodale Echtzeit-Dokumentationen des eigenen Lebens, die manches aus klassischen Reiseberichten à la Forster oder Goethe behalten haben, zugleich aber auch neue Formen der audiovisuellen Selbstdarstellung des ‚Reisenden‘ (in Abgrenzung zum ‚Touristen‘) entwickeln. Der Band insgesamt versammelt unterschiedlichste Beiträge aus Soziologie, Tourismusforschung und Medienwissenschaft, die untersuchen, wie touristische Erfahrungen medial verarbeitet werden und wie umgekehrt mediale Formen touristische Erfahrungen vorprägen, so dass sich neue Interaktionsordnungen und Erlebensstrukturen herausbilden.


Neu erschienen: „Komische Zuschauer im Social TV“

coverGerade erschienen ist ein Artikel von mir über Formen und Funktionen vergnüglicher Tweets während der Fernsehrezeption: „Komische Zuschauer. Praktiken und Strategien des Do-it-yourself-Vergnügens im Social TV.“ Der Beitrag ist erschienen im von Hajo Diekmannshenke, Stefan Neuhaus und Uta Schaffers herausgegebenen Sammelband  „Das Komische in der Kultur“, der theoretische wie empirische Beiträge zum Komischen aus kultur-, literatur- und sprachwissenschaftlicher Perspektive versammelt. Er vergleicht zum einen „Twitter-Komik“ während Polittalk und Tatort mit vergnüglichen Kommentaren im Wohnzimmer, zum anderen zeigt er Formen twittertypischer Komik exemplarisch auf. Da die Abbildungen in der Druckfassung leider etwas schwer zu entziffern sind, kann man den Beitrag auch hier downloaden.


Start des Projekts „Den Wandel gestalten“

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Am 1. November 2015 ist ein Modell- und Forschungsprojekt zum Changemanagement in der Freien Kulturszene Rheinland-Pfalz gestartet, dessen Leitung ich innehabe. Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur fördert, begleitet vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK) des Landes Rheinland-Pfalz, mit insgesamt 90.000 € bis zum Jahresende 2016 die Entwicklung von Maßnahmen zur systematischen Unterstützung von Kultureinrichtungen und Kulturinitiativen der Freien Szene in Rheinland-Pfalz, die vor einem wichtigen Veränderungsprozess, z.B. einem Generationenwechsel oder der Erschließung neuer Zielgruppen und Angebotsformen, stehen.  Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen, mit denen sich etwa Zielgruppen und Mitarbeiterstrukturen verändern, bietet das Projekt Beratung, Qualifizierung und Betreuung an z.B. bei der Suche, Auswahl und ggf. Vermittlung von Nachfolgerinnen und Nachfolgern;  bei der Entwicklung neuer Perspektiven für „Vorgängerinnen“ und „Vorgänger“, bei der Sicherung und Weitergabe von Erfahrungswissen und kulturell-künstlerischem Know-how;  bei der Suche nach neuen Inhalten, Angebotsformaten, Zielgruppen und Vermittlungskonzepten. Ziel ist es, in der Zusammenarbeit mit ausgewählten Betrieben Modelle für ein Changemanagement zu entwickeln, die künftig auch anderen Kultureinrichtungen Hilfestellung geben. Weitere Informationen gibt es hier.


SocialTV- Beitrag in neuer linguistischer Online-Zeitschrift „10plus1“

10plus1

Gerade online: ein programmatischer Beitrag von Sascha Michel und mir über Forschungsaspekte zu SocialTV. Erschienen ist der Beitrag im neuen englischsprachigen eJournal-Projekt 10PLUS1: LIVING LINGUISTICS, das sich in seiner ersten Ausgabe der Medienlinguistik widmet.Das Besondere sind dabei die innovativen Formate: … is thinking about …, infographics, 3-min-talk, journal article, … Alle Beiträge sind auf http://www.10plus1journal.com abrufbar, teilbar und kommentierbar. Verantwortliche Redakteure sind Jana Pflaeging (Salzburg) und Peter Schildhauer (Bielefeld).


Gründung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft

Es ist vollbracht: Die “Kulturwissenschaftliche Gesellschaft” wurde am 23. Januar 2015 in Koblenz gegründet. 111 Mitglieder aus ganz Deutschland und darüber hinaus signierten die Satzung und gründeten damit den Verein, der die Gesellschaft tragen wird. Als Vorstandsmitglied in der Funktion des Schatzmeisters und Leiters der Geschäftsstelle darf ich mich künftig bei der weiteren Entwicklung der ersten kulturwissenschaftlichen Fachgesellschaft im (vor allem) deutschsprachigen Raum einbringen. Die erste Tagung der Gesellschaft wird im November 2015 an der Leuphana in Lüneburg stattfinden.

Ausführliche Informationen und die Einladung zum Mitmachen findet man hier.

Die 111 Gründungsmitglieder signieren die Satzung und gründen damit die Gesellschaft.

Die 111 Gründungsmitglieder signieren die Satzung und gründen damit die Gesellschaft.

 

 


Artikel zu Einspielern in Polittalks

Gerade erschienen ist ein Artikel von mir zur multimodalen Argumentation in Videoeinspielern in der Politischen Diskussion Hart aber fair. Der Beitrag ist erschienen im Sammelband „Polit-Talkshow. Interdisziplinäre Perspektiven auf ein multimodales Format“, der von Heiko Girnth und Sascha Michel herausgegeben wird.

Titel

Hier der Klappentext zum Band: Untersuchungen zu politischen Diskussionssendungen führen vielfach zu medienkritischen Einschätzungen des Formats, basierend auf der Auswahl von Themen, Gästen oder der Diskussionsführung. Medienlinguistische Analysen etwa zeigen, dass prototypische Charakteristika von Diskussionen (Themenverlauf, Sprecherwechsel etc.) hier gerade nicht erfüllt werden, die „Diskussionen“ somit eine Inszenierung darstellen. In der modernen multimedialen Zeit findet diese Inszenierung nicht mehr alleine und schwerpunktmäßig auf der Ebene der Sprache statt, sondern im multimodalen Zusammenspiel mit den Zeichensystemen Bild und Ton. In der Folge weitet sich der medienlinguistische Fokus von der Betrachtung des Kommunikats auf die Kommunikator-, Rezeptions- und Aneignungsforschung aus.
Der vorliegende Band nähert sich diesen Aspekten aus interdisziplinärer Perspektive an, indem zunächst theoretische Grundlagen zu Format und multimodaler Figuration erörtert werden. Anschließend werden empirische Analysen ausgewählter Sequenzen unterschiedlicher Polit-Talkshows zu Text-Bild- und Bild-Text-Transkriptionen sowie zum Phänomen des (Re-)Framings vorgestellt. Ein Blick auf die Rezeption und Aneignung von Multimodalität rundet den innovativen Band ab.

Die Beiträger:

Christoph Bertling, Ellen Fricke, Heiko Girnth, Emo Gotsbachner, Ernest W. B. Hess-Lüttich, Werner Holly, Angela Keppler, Josef Klein, Michael Klemm, Friedrich Krotz, Gerda Lauerbach, Marcus Maurer, Sascha Michel, Jörg-Uwe Nieland, Carsten Reinemann


Artikel über quantitative und qualitative Social-Media-Forschung

Gerade erschienen: Ein Artikel von Sascha Michel und mir zur Analyse von Twitterkommunikation mit qualitativen und quantitativen Methoden: „Big Data – Big Problems? Zur Kombination qualitativer und quantitativer Methoden bei der Erforschung politischer Social-Media-Kommunikation“ 

Der Beitrag ist erschienen im Sammelband „Datenflut und Informationskanäle“, herausgegeben von Heike Ortner, Daniel Pfurtscheller, Michaela Rizzolli und Andreas Wiesinger und hervorgegangen aus der gleichnamigen Ringvorlesung an der Universität Innsbruck. Der Band ist auch online verfügbar.

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Begleittext: Im Digitalzeitalter haben die Produktion, Verbreitung und Speicherung von Daten gigantische Ausmaße angenommen. Pro Minute werden weltweit fast 140 Millionen E-Mails verschickt, 100 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen, 350.000 Tweets geschrieben, 970 neue Blogeinträge von WordPress-Usern veröffentlicht und 240.000 Fotos auf Facebook hochgeladen – Tendenz steigend. Abgesehen von der expliziten Erstellung von Daten sind wir alle selbst als Mediennutzer und Konsumenten Datenquellen. Diese Daten sind bereits zu einem monetär relevanten, maßgeblichen Bestandteil gezielten Marketings geworden. Unter dem Schlagwort „Open Data“ wird auch gegenüber dem Staat gefordert, öffentliche Verwaltungsdaten für alle verfügbar und nutzbar zu machen. Gleichzeitig bieten Enthüllungsplattformen à la WikiLeaks gerade geheimen und vertraulichen Daten eine breite Öffentlichkeit. Und auch immer mehr Unternehmen und politische Parteien wollen aus der Datenflut im Netz Profit schlagen. Mit statistisch-algorithmischen Methoden wird beim sogenannten „data mining“ versucht, Wissenswertes aus dem Datenberg ans Licht zu befördern. „Digital Humanities“ verfolgen das Ziel, neue Fragestellungen und Erkenntnismodelle für die Geisteswissenschaften zu generieren.


Neuer Artikel zu Social TV

Online bereits verfügbar und demnächst auch als Print: Ein zusammen mit Sascha Michel verfasster Artikel in der ZfAL über Social TV, konkret über die Kommentare von Zuschauern während politischer Fernsehdiskussionen. Es geht aber auch grundsätzlich über die Kommunikationsformen Tweet und Social TV und um Frage, ob sich fernsehbegleitende Tweets von Äußerungen der Zuschauer im heimischen Wohnzimmer, wie wir sie schon vor fast 20 Jahren untersucht haben, unterscheiden.

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„Medienkulturlinguistik“ erschienen

Gerade erschienen: Klemm, Michael / Sascha Michel (2014): Medienkulturlinguistik. Plädoyer für eine holistische Analyse von (multimodaler) Medienkommunikation. In: Benitt, Nora u.a. (Hg.). Korpus – Kommunikation – Kultur: Ansätze und Konzepte einer kulturwissenschaftlichen Linguistik. Trier: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier, 183-215

Ein programmatischer Artikel zur theoretischen und methodologischen Fundierung einer „Medienkulturlinguistik“ an der Schnittstelle von Medien-, Kultur- und Sprachwissenschaft, illustriert am Beispiel der holistischen und multimodalen Analyse von TV-Programmtrailern. Erforscht werden dabei Produktion, Kommunikat und Aneignung von Medienkommunikation auf Mikro-, Meso- und Makroebene. Im Zentrum stehen Konzepte wie ‚Medienkultur‘, ‚Mediatisierung‘, ‚Mediendiskurs‘ oder ‚Multimodalität‘.

Der Band "Kommunikation - Korpus - Kultur"

Der Band „Kommunikation – Korpus – Kultur“

Der Artikel ist Bestandteil des Sammelbands „Kommunikation – Korpus – Kultur“. Dieser interdisziplinär ausgerichtete Band präsentiert aktuelle Ansätze und Konzepte linguistisch-kulturwissenschaftlicher Forschung. Die AutorInnen betrachten das Verhältnis von Linguistik und Kulturwissenschaften mit Bezug auf historische Entwicklungen sowie gegenwärtige disziplininterne und -übergreifende Diskussionen und fokussieren dabei Gemeinsamkeiten kultur- und sprachwissenschaftlicher Gegenstände, Methoden und Fragestellungen. Die Beiträge reichen von sozio- und korpuslinguistischen über diskursanalytische bis hin zu didaktischen Ansätzen, wobei z. B. die Untersuchung kultureller Praktiken anhand sprachlicher Routinen sowie die Betrachtung von Prozessen der kommunikativen Wissensvermittlung Querverbindungen ermöglichen. Die Publikation versteht sich als ein interdisziplinäres Dialogangebot, das um die Wahrnehmung linguistischer Analysen von Kommunikation, Sprachgebrauch und Wissen im Hinblick auf die Beschreibung und Deutung kultureller Phänomene wirbt.

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