Archiv der Kategorie: Forschung

Bilder der Demokratie und des Populismus

Gerade erschienen ist der Tagungsband zum Kulturpolitischen Forum an der Evangelischen Akademie Tutzing im März 2017, das sich mit dem Thema „Politisches Design – Demokratie gestalten“ beschäftigt hat. Darin auch mein Beitrag Audiovisuelle Inszenierungen der Demokratie – und/oder des Populismus? Zur Analyse und Interpretation audiovisueller Politik im interkulturellen Vergleich. Auch die anderen Beiträge dieses interdisziplinären Bandes mit Diskussionsimpulsen von Architekten, Designern, Städteplanern, Kulturschaffenden, Künstlern, Politikern, Kommunikations- und Sprachwissenschaftlern wie auch Praktikern sind äußerst lesenswert. Ein Thema mit Zukunft.

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„Hochschulperle“ für unser Forschungsprojekt

Ehrenvolle Auszeichnung: Das von Dr. Eckhard Braun und mir geleitete Forschungsprojekt „Den Wandel gestalten“ wurde vom Stifterverband mit der „Hochschulperle“ für den Monat August 2017 ausgezeichnet. Mit dem Preis honoriert der Stifterverband Projekte, „die wissenschaftliche und externe Partner auf außergewöhnliche Weise zusammenbringen, einen Mehrwert durch Kooperation ermöglichen und vor allem neue Impulse für Forschung und Lehre geben“. Der Stifterverband möchte 2017 die vielfältigen und innovativen Schnittstellen von Hochschulen zu gesellschaftlichen Partnern sichtbar werden lassen. Die Begründung der Jury: „Ein überzeugender Ansatz, der nicht auf radikale Neuerungen, sondern auf Anpassung und Weiterentwicklung bestehender Strukturen und Prozesse setzt. Beispielhaft ist hier die Zusammenarbeit zwischen den Kulturbetrieben und der Hochschule, die wiederum ihre Studierenden frühzeitig miteinbezieht.“
Wir unterstützen in unserem Projekt Kulturbetriebe der Freien Szene in ganz Rheinland-Pfalz bei vielfältigen Aspekten des Wandels. Unser Projekt läuft seit November 2015 und ist vor kurzem vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kunst bis Ende 2017 (mit mündlicher Zusage bis Ende 2018) verlängert worden. Mehr dazu auf unserer Projektseite.

TV-Duell und Social-TV: Artikel in aptum

Soeben erschienen ist das Themenheft der Zeitschrift aptum mit medienlinguistischen Analysen zum letztjährigen Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz. Darunter ist auch ein Beitrag von Sascha Michel und mir zur Aneignung des TV-Duells zwischen Malu Dreyer und Julia Klöckner im Social TV: „TV-Duell und Elefantenrunde: Social TV zwischen Deliberation und Wahlkampfarbeit“. Darin zeigen wir mit quantitativen wie qualitativen Methoden, wie das Twittern während des TV-Duells hauptsächlich von den Parteien selbst zur virtuellen Wahlkampfarbeit und Mobilisierung der eigenen Anhänger genutzt wird – und das deliberative Potenzial des Social-TV somit ungenutzt bleibt. Der Band geht auf eine Tagung der AG Sprache in der Politik kurz vor der Landtagswahl zurück. Weitere Beiträge stammen von Sascha Michel (Wahlkampfsprache), Josef Klein (Inszenieungsstrategien der Spitzenkandidatinnen), Heiko Girnth (Persuasive Strategien), Steffen Pappert (Wahlplakate) und Walther Kindt (Argumentationsmuster). Ein Beitrag von Joachim Scharloth zum Populismus in den Wahlprogrammen erscheint im nächsten Heft.


TV-Jahresrückblicke als diskurspolitisches Instrument im Wandel

titel_jahresrueckblickeEin weiterer Artikel zur „,medienkulturlinguistischen“ Analyse von TV-Jahres- und Jahrhundertrückblicken ist gerade in der polnisch-deutschen Online-Zeitschruft „tekst i dyskurs / text und diskurs“ erschienen. Hier reflektiere ich vor allem die kulturelle und diskurpolitische Bedeutung dieser Rückblicke im deutschen Fernsehen und gebe auch einen kurzen Abriss zum historischen Wandel dieser Textsorte.  Hier der online verfügbare Artikel zum Download.


Verbale, visuelle, virale Politik: Artikel im Handbuch „Medienrhetorik“

coverGerade erschienen ist das Handbuch Medienrhetorik, herausgegeben von Arne Scheuermann und Francesca Vidal. In 28 Beiträgen werden unterschiedlichste Aspekte der Rhetorik in den wesentlichen heutigen Medien dargelegt, in systematischer, historischer oder analytischer Perspektive. Darunter auch mein Beitrag „World Wide Web: Politische Kommunikation online gestalten“. Ich unterscheide dabei zwischen verbaler, visueller und viraler Politik im Hinblick auf die Selbstdarstellung von PolitikerInnen auf ihren Websites und Social-Media-Profilen. Hier das Abstract zu diesem Aufsatz: „The Internet has been in use in German politics for some 20 years now. This has meant that politicians can avoid being controlled by the mass media and instead use their personal websites to speak to voters directly about their lives, their values, their activities and their aims, in both words and pictures. This “authentic” means of communication follows the patterns and strategies of “verbal” and “visual” politics. In recent years, political communication on social networks such as Facebook and Twitter has demanded new, special rhetorical skills for so-called “viral politics”. This paper discusses various forms and rhetorical requirements of “political impression management” on the Internet.


Spannende Podiumsdiskussion

podiumsdikussionIm Rahmen der 2. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft in Vechta durfte ich mit einer spannenden Runde von KollegInnen auf dem Podium über Migration in Europa und die besonderen Potenziale wie aber auch die gesellschaftliche Verantwortung der Kulturwissenschaft diskutieren. Moderiert von den Historikern Christian Geulen (Koblenz) und Christine Vogel (Vechta) erörterten Manuela Bojadzijev, Politikwissenschaftlerin und Migrationsforscherin an der Leuphana in Lüneburg, Radostin Kaloianov von Interface Wien, die Literaturwissenschaftlerin Doris McGonagill von der Utah State University und ich als Medien- und Sprachwissenschaftler, welche Migrationsdiskurse aktuell wie erforscht werden können – und welchen Einfluss gerade die Kulturwissenschaft dabei auf die öffentlichen Diskurse nehmen könnte und vielleicht auch sollte. Die ganze Tagung mit ihren rund 100 Vorträgen stand unter dem Rahmenthema „Migration und Europa aus kulturwissenschaftlicher Perspektive“. Hier das Programm und eine Zusammenfassung in Wort und Bild.

Im Rahmen der KWG-Tagung wurden auch in der Sektion „Medienkulturen | Kulturmedien“ Mediendiskurse zu Flucht und Migration diskutiert und die weiteren Aktivitäten besprochen – dazu demnächst mehr.


Handbuch zur Analyse multimodaler Kommunikate

coverGerade erschienen ist das Handbuch „Sprache im multimodalen Kontext“, herausgegeben von Nina-Maria Klug und Hartmut Stöckl in der Reihe „Handbücher Sprachwissen“. Darin enthalten sind auch zwei Beiträge von mir: zum einem zum „Kulturvergleich“ am Beispiel der international vergleichenden Analyse der multimodalen Gestaltung von TV-Jahresrückblicken; zum anderen der zusammen mit Daniel Perrin und Sascha Michel verfasste Artikel „Produktionsforschung“, in dem das „Doing Multimodality“ in Redaktionen am Beispiel von Nachrichtenfilmen und Fernsehprogrammtrailern aufgezeigt wird. Wie auch bei allen anderen Beiträge des Handbuchs gehen hier theoretisch-methodologische Reflexion sowie empirische Fallanalysen einher. Hier das Inhaltsverzeichnis des Handbuchs, das bei de Gruyter erschienen ist.


Zur multimodalen Konstruktion von Expertenwissen im TV

265533_cover_frontEin weiterer Beitrag ist heute erschienen: Am Beispiel des Klimawandel-Diskurses in Fernsehdokumentationen habe ich die Frage untersucht, wie sich Experten selbst verbal wie nonverbal als solche darstellen (‚Doing being an expert‘) und wie sie aber auch von den jeweiligen Fernsehschaffenden mit multimodalen Mitteln erst zu Experten gemacht werden (‚Doing presenting an expert‘) – oder aber wie die Glaubwürdigkeit unliebsamer Experten in Zweifel gezogen werden kann. Ergebnis ist ein recht unproduktiver „Clash of experts“, bei dem die Information der Zuschauer leicht auf der Strecke bleiben kann. Der Artikel ist erschienen im Sammelband von Alexandra Groß und Inga Harren, in dem vor allem gesprächsanalytische Arbeit zur Wissenskommunikation in Institutionen versammelt sein – als Beitrag zur angewandten Linguistik.


Neu erschienen: Aufsatz über Reiseblogs

Titel_Websites_SightseeingGerade erschienen ist ein Beitrag von mir über Reiseblogs: „Ich reise, also blogge ich. Wie Reiseberichte im Social Web zur multimodalen Echtzeit-Selbstdokumentation werden.“ Veröffentlicht wurde er im Sammelband von Kornelia Hahn und Alexander Schmidl „Websites & Sightseeing. Tourismus in Medienkulturen“ im Verlag  Springer VS. Im Beitrag geht es über Reiseblogs von Weltreisenden als multimodale Echtzeit-Dokumentationen des eigenen Lebens, die manches aus klassischen Reiseberichten à la Forster oder Goethe behalten haben, zugleich aber auch neue Formen der audiovisuellen Selbstdarstellung des ‚Reisenden‘ (in Abgrenzung zum ‚Touristen‘) entwickeln. Der Band insgesamt versammelt unterschiedlichste Beiträge aus Soziologie, Tourismusforschung und Medienwissenschaft, die untersuchen, wie touristische Erfahrungen medial verarbeitet werden und wie umgekehrt mediale Formen touristische Erfahrungen vorprägen, so dass sich neue Interaktionsordnungen und Erlebensstrukturen herausbilden.


Start des Projekts „Den Wandel gestalten“

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Am 1. November 2015 ist ein Modell- und Forschungsprojekt zum Changemanagement in der Freien Kulturszene Rheinland-Pfalz gestartet, dessen Leitung ich innehabe. Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur fördert, begleitet vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK) des Landes Rheinland-Pfalz, mit insgesamt 90.000 € bis zum Jahresende 2016 die Entwicklung von Maßnahmen zur systematischen Unterstützung von Kultureinrichtungen und Kulturinitiativen der Freien Szene in Rheinland-Pfalz, die vor einem wichtigen Veränderungsprozess, z.B. einem Generationenwechsel oder der Erschließung neuer Zielgruppen und Angebotsformen, stehen.  Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen, mit denen sich etwa Zielgruppen und Mitarbeiterstrukturen verändern, bietet das Projekt Beratung, Qualifizierung und Betreuung an z.B. bei der Suche, Auswahl und ggf. Vermittlung von Nachfolgerinnen und Nachfolgern;  bei der Entwicklung neuer Perspektiven für „Vorgängerinnen“ und „Vorgänger“, bei der Sicherung und Weitergabe von Erfahrungswissen und kulturell-künstlerischem Know-how;  bei der Suche nach neuen Inhalten, Angebotsformaten, Zielgruppen und Vermittlungskonzepten. Ziel ist es, in der Zusammenarbeit mit ausgewählten Betrieben Modelle für ein Changemanagement zu entwickeln, die künftig auch anderen Kultureinrichtungen Hilfestellung geben. Weitere Informationen gibt es hier.