Gerade erschienen: Reisebloggen via Instagram

Gerade erschienen ist mein Beitrag in der Zeitschrift „medien & zeit“ zur Analyse von „Weltreiseblogs“. Der Beitrag betrachtet, ausgehend von einer knappen historischen Skizze der Reiseerzählungen, die Veränderungen und die Spezifika von Reisetagebüchern im Zeitalter Sozialer Medien. Am Beispiel von Blog-Texten und Instagram-Einträgen von Weltreisenden wird deutlich, wie unterschiedlich selbst diese modernen Formen sind, was etwa die Rolle von Sprache und audiovisuellen Ausdrucksformen oder das Changieren zwischen individueller Stilisierung und kollektiver Standardisierung betrifft. Auch Reisedokumentationen sind dem derzeitigen umfassenden Medienkulturwandel unterworfen.

Der Artikel fußt auf einem Vortrag auf einer Tagung in Wien zum Wandel des Tagebuchs mit dem sprechenden Titel „Protokoll, Poesie, Pose“ – alle drei Aspekte lassen sich bei den Blog- und Instagram-Beiträgen der Weltreisenden finden. Einige weitere Vorträge der Tagung sind in der Ausgabe zu finden.


Interdisziplinäre Begriffsarbeit gefragt

Um „Mediale Grenzüberschreitungen – Modelle von Intermedialität und Multimodalität“ ging es heute in dem von Nora Benterbusch und Jonas Nesselhauf (Saarbrücken) organisierten Panel auf der 6. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft an der Viadrina in Frankfurt/Oder. Coronabedingt wurde das Panal „hybrid“ durchgeführt: Manche Teilnehmer waren via Zoom zugeschaltet, zudem präsentierte Philipp Hüpkes (Siegen) sein Paper zum literaturwissenschaftlichen Konzept der ‚Intermedialität“ als vorab aufgezeichnetes Video.

Mein Vortrag zu „Multimodales Design und Transkriptivität“ stand mit seiner Darlegung des Prinzips der ‚Transkriptivität‘ nach Holly / Jäger wie die anderen und die anschließende Aussprache im Zeichen einer interdisziplinären Begriffs- und Methodendiskussion.

Nora Benterbusch zeigte in ihrem Problemaufriss, wie heterogen und für Außenstehende fast undurchschaubar sich das Feld der Forschung in den letzten gut 20 Jahren entwickelt hat, ausgehend etwa von Grundlagenbüchern von Kress / van Leeuwen oder Rajewski. Unser damaliger Band zur „Bildlinguistik“ (2011) war auch schon als Versuch zu verstehen, die Ansätze aus Textlinguistik, Diskursanalyse und Bildwissenschaft zusammenzuführen – zehn Jahre später scheint das erneut notwendiger denn je, wenn die Beschäftigung mit multimodaler Kommunikation untereinander anschlussfähig bleiben möchte.

Die Diskussion im Panel zeigte, dass die Unterschiede abseits der konkurrierenden Terminologien überwindbar wären, wenn man sich etwa über Grundprinzipien der Bedeutungskonstruktion und deren Bezügen zur Kulturproduktion verständigen würde. Der Auftakt ist gemacht, ein Sammelband zum Panel soll nun die Bemühungen intensivieren.


Internationales DFG-Netzwerk MWissFo gestartet

Das internationale DFG-NetzwerkMultimodalität von Wissensformaten“ hat heute seine Arbeit aufgenommen – wenn auch  coronabedingt zunächst nur in Form einer virtuellen Vorstellungs- und Abstimmungsrunde mittels Videokonferenz. Ab September geht es  für drei Jahre um Theorien, Methoden und empirische Erkenntnisse der Erforschung multimodaler Wissensformate – von traditioneller Wissensvermittlung in Printformaten bis zum wissenschaftlichen (und politischen) Influencing durch Podcasts und YouTube-Kanäle. 15 Mitglieder aus Wissenschaft und Praxis, angesiedelt in fünf europäischen Ländern, bilden das Netzwerk. Der erste von insgesamt sechs Workshops findet Ende Oktober in Hildesheim statt, die nächsten 2021 in Groningen und Darmstadt … und 2022 freue ich mich, das Netzwerk in Koblenz begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen und bald auch aktuelle Blogbeiträge gibt es auf der Website des Netzwerks oder via Twitter.
Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den KollegInnen. Ein herzlicher Dank geht an die Koordinatorin des Netzwerks, Dr. Sylvia Jaki aus Hildesheim, für ihre unermüdliche Organisation auch unter erschwerten Bedingungen.

Projekt KuLaDig startet in die zweite Runde

Mit den Informationsveranstaltungen für die elf ausgewählten Kommunen startet das Landesprojekt „KuLaDig-RLP“ in das zweite Jahr. Nachdem 2019 neun Pilotkommunen bei der Digitalisierung ihres kulturellen Erbes unterstützt werden konnten, hatte das Projektteam (Matthias Dreyer, Florian Weber und ich) in diesem Jahr die Qual der Wahl unter zahlreichen engagierten und spannenden Bewerbungen. Nun stehen im Laufe des März die Begehungen vor Ort an, auf denen die zu erfassenden Objekte, das Rahmenthema und ein Verwertungskonzept gemeinsam festgelegt werden. Im Sommer werden studentische Arbeitsgruppen zusammen mit den Teams vor Ort und dem Projektteam die Daten erfassen, Fotos, Audios und Videos erstellen  und bis Jahresende in die Wissensplattform kuladig.de einpflegen. Wie das aussieht, kann man an den Beispielen aus dem Vorjahr auf der Projektwebsite gut sehen.


Handbuch Politische Rhetorik erschienen

Frisch erschienen ist das von Armin Burkhardt herausgegebene „Handbuch politische Rhetorik“. In über 50 Beiträgen werden systematische und historische Aspekte der Erforschung politischer Rhetorik dargelegt – in einer Breite und Tiefe, die das Handbuch zu einem Standardwerk werden lassen. Hier das Inhaltverzeichnis.

Ich freue mich, mit gleich zwei Artikeln dazu beitragen zu können: In „Rhetorik der Massenmedien“ beschäftige ich mich mit der Bedeutung von politischer Information, Agitation und Propaganda bis hin zu heutigen Ausdrucksformen im Social Web als Konkurrenz zu etablierten Massenmedien. In „(Audio)visuelle Rhetorik“ analysiere ich die Formen und Funktionen (audio)visueller Politik von Emblemen über Fotografien bis zu bewegten Bildern.


Forschungsnetzwerk bewilligt

Schöne Nachricht von der Deutschen Forschungsgemeinschaft: Das internationale ForschungsnetzwerkMultimodalität von Wissensformaten“ wurde für drei Jahre genehmigt. Herzlichen Dank an die Koordinatorin des Netzwerks, Dr. Sylvia Jaki aus Hildesheim, für die beharrliche und erfolgreiche Antragsarbeit!
In insgesamt sechs Workshops und gemeinsamen Aktivitäten in den Zwischenphasen können wir nun im Nerzwerk als Grundlagenforschung und mit Anwendungsbezug zusammen mit Medienpraktikern erforschen, welche Potenziale und Grenzen aktuelle multimodale Wissensformate in Massenmedien und Sozialen Medien aufweisen. Welche Theorien und Methoden eigenen sich besonders für die adäquate Beschreibung dieser Wissensformate aus medienlinguistischer und medienwissenschaftlicher Sicht? Welche Potenziale, aber auch problematische Züge haben die einzelnen Modalitäten für die Wissensvermittlung, wie genau spielen sie zusammen? Wie werden die Formate von den Nutzern angeeignet? Was verändert sich derzeit durch Online-Angebote und Soziale Netzwerke? Solche und weitere Fragen werden in den nächsten Jahren im Mittelpunkt stehen.

Forschungsprojekte auf dem Rheinland-Pfalz-Tag

Wissenschaftstransfer mal anders und sehr volksnah: Meine beiden aktuellen Forschungsprojekte konnten sich auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Annweiler der Bevölkerung präsentieren. „Kultur im Wandel“ war eines von sechs ausgewählten Forschungsprojekten am Stand der Universität Koblenz-Landau, „KuLaDig-RLP“ wurde im Zelt der Strukturgenehmigungsdirektion Süd von Projektteam-Mitglied Matthias Dreyer vorgestellt. An beiden Ständen gab es an den drei Tagen zahlreiche angeregte Gespräche mit den BürgerInnen, die sich über die Ziele und ersten Ergebnisse der Kulturforschung und Kulturförderung in beiden Landesprojekten ein Bild machen konnten.


Wissenschaft trifft Praxis

Tagebücher früher und heute als „Protokoll, Poesie, Pose“ – mit diesem Thema, aus unterschiedlichsten Perspektiven, beschäftigte sich eine Tagung der Wiener Kommunikationswissenschaft im Literaturhaus Wien. Ich durfte in einem Vortrag Analysen zur Gestaltung und Funktion aktueller Weltreisedokumentationen in Weblogs und auf Instagram beisteuern – im Zusammenspiel mit dem Wiener Fernsehjournalisten Jakob Horvath, der von den Erfahrungen auf seiner eigenen Weltreise und mit seinem Blog „Thousand First Steps“ berichtete. Ein spannender Austausch. Die Beiträge der Tagung werden im Herbst 2019 in der Zeitschrift „medien&zeit“ veröffentlicht.


Eine neue spannende Aufgabe

Der Senat der Universität Koblenz-Landau hat mich zum Wissenschaftlichen Leiter des campusübergreifenden Instituts für Wissensmedien ernannt. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer Dr. Peter Ferdinand und dem Landauer Kollegen Prof. Dr. Jürgen Roth werde ich mich künftig in der Kollegialen Leitung für die Weiterentwicklung des IWM engagieren. Das IWM vereint als interdisziplinäres Forschungs- und Transferinstitut die Aufgaben einer zentralen Serviceeinrichtung mit der Erforschung und der Pilotierung neuer Methoden und Werkzeuge zum Einsatz digitaler Medien in der Lehre. Anwendungsgebiete sind dabei die universitäre Lehre, aber auch der Unterricht in der Schule sowie die berufliche Bildung. Ich freue mich auf diese spannende Aufgabe in Lehre, Forschung und Transfer.


„Wandel gestalten“ – Zwischenfazit im „Uniblog“

Das Modellprojekt „Den Wandel gestalten – Visionen ermöglichen“ ist abgeschlossen, das Forschungs- und Förderprojektgeht nun in seine zweite Phase unter dem Titel „Kultur im Wandel“. Gelegenheit für Programmleiter Dr. Eckhard Braun und mich, im „Uniblog“ der Universität Koblenz-Landau ein Zwischenfazit des Changemanagements in Kultureinrichtungen zu ziehen.